🐾 Warum ich meine kleinen Hunde am Zaun schütze – auch wenn „nur“ ein anderer Hund draußen steht

Kleine Hunde schützen: Wie ich mit aufdringlichen Hundebegegnungen am Zaun umgehe

Es gibt Tage, an denen wünsche ich mir einfach nur Ruhe.
Keinen Streit, keine doofen Begegnungen, keine Adrenalinschübe.
Nur meine Hunde, unser Garten und ein bisschen Frieden.

Heute war wieder so ein Tag, der eigentlich ruhig begann –
und dann an einem Zaun endete.


🍃 Cookie allein im Garten – und ich oben auf dem Balkon

Cookie war unten im Garten, ganz entspannt.
Sie hatte gepinkelt, stand draußen, schnupperte und beobachtete ein bisschen die Umgebung.
Ich war oben auf dem Balkon und habe sie von dort aus begleitet.

Unser Grundstück ist nicht komplett „abgeschlossen“, sondern liegt an einer Seite an einem Weg/Damm.
Zwischen Cookie und der Außenwelt steht unser Zaun –
nicht super hoch, nicht super massiv, aber eben eine Grenze.

Für Cookie ist diese Grenze wichtig.
Und für mich auch.
Denn in der neuen Umgebung ist viel los: Park, Straße, Spaziergänger, andere Hunde.
Für zwei kleine Hunde kann das ganz schön viel sein.


🐕 Ein junger Berner Sennenhund am Zaun

Dann tauchte er auf:
Ein Mann mit seinem jungen Berner Sennenhundrüden.

Ich hatte die beiden schon früher gesehen:
Halsband, Flexi, viel Zug auf der Leine, der Hund eher bei allen anderen Hunden als bei seinem Halter.
Heute war der Hund ohne Leine unterwegs.

Er lief den Weg entlang – direkt an unserem Grundstück vorbei.
Soweit wäre das ja noch normal.

Aber statt einfach weiterzugehen, blieb der Mann mit seinem großen, jungen Hund direkt an unserem Zaun stehen.
Der Hund vorne dran, groß genug, um bequem über den Zaun zu schauen.

Cookie sah ihn, fing an zu bellen – völlig nachvollziehbar.

Und ich?
Ich stand oben auf dem Balkon und habe sie angeleitet:
„Sitz.“
„Ruhig.“
„Alles gut.“

Und das war das Faszinierende:
Es hat funktioniert.
Cookie hat sich trotz der Situation wieder beruhigt.
Sie saß im Garten, der Zaun zwischen ihr und dem großen Hund, und wurde ruhiger.

Eigentlich hätte die Situation da enden können –
wenn der Mann einfach weitergegangen wäre.


🔁 20 Minuten später – die gleiche Szene am Zaun

Etwa 20 Minuten später:
Cookie wieder unten, wieder im Garten, wieder relativ entspannt.

Und dann:
Der gleiche Mann, der gleiche Hund, der gleiche Weg.

Und wieder bleibt er direkt am Zaun stehen.
Wieder glotzt der Hund in unseren Garten.
Wieder reagiert Cookie.

Wieder leite ich sie von oben an, wieder schaffe ich es, sie einigermaßen zu beruhigen.
Aber innerlich steigt der Stress.

Denn der Zaun macht die Situation nicht automatisch okay.
Er hält zwar die Körper voneinander getrennt,
aber er nimmt weder den Druck aus der Situation
noch den Stress für meine Hunde.


🚶‍♀️ Runtergehen, weil ich meine Hunde schützen muss

Irgendwann hörte ich wieder Bellen – und diesmal blieb es nicht bei ein paar Lauten.

Also bin ich runtergegangen.
Nicht, weil mir nach einem netten Plausch war.
Sondern weil ich meine Hunde schützen und die Situation klären wollte.

Ich nahm Zwergi mit, obwohl ich genau wusste, dass große Hunde ihr Angst machen.
Aber ich kann sie nicht einfach oben allein lassen, während unten am Zaun ein 25–30-kg-Hund herumturnt.

Unten stand der Mann immer noch am Zaun.
Sein Hund vorne dran, Kopf über dem Zaun, neugierig, stürmisch.
Und wieder kamen diese Sätze:

„Die können doch mal Hallo sagen.“
„Er kennt kleine Hunde.“
„Der will doch nur spielen.“

Der Zaun war zwar da –
aber die Situation war trotzdem übergriffig.

Ich war nicht diejenige, die Kontakt wollte.
Meine Hunde wollten keinen Kontakt.
Und trotzdem stand da jemand, der ganz selbstverständlich vorausgesetzt hat,
dass sein Wunsch nach „Spielen“ über allem anderen steht.


💛 Warum ein Zaun nicht alles löst

Von außen betrachtet könnten manche sagen:
„Stell dich nicht so an – da ist doch ein Zaun dazwischen.“

Aber:

  • Der Zaun hält nicht die Emotionen auf.
  • Der Zaun verhindert nicht, dass meine Hunde sich bedrängt fühlen.
  • Der Zaun stoppt nicht die Reizüberflutung.
  • Und ehrlich gesagt: je nach Zaunhöhe kann ein großer, junger Hund im Zweifel auch drüberspringen.

Viel wichtiger ist:
Meine Hunde haben ein Recht auf Abstand – auch hinter dem Zaun.

Ein aufdringlicher Hund am Zaun, dessen Halter nicht weitergeht,
ist wie jemand, der dir im Bus zu nah auf die Pelle rückt
und dann sagt:

„Ich steh doch gar nicht IN dir drin, ich steh nur NEBENDRAN.“

Es geht nicht nur um Körperkontakt.
Es geht um Raumgefühl, Respekt und Sicherheit.


🧡 Kleine Hunde brauchen Schutz – auch hinter dem Zaun

Zwergi wiegt etwa 1,5 kg.
Cookie ist klein und aktuell läufig.

Beide sind sensibel, beide sind in der neuen Umgebung noch nicht wirklich angekommen.
Sie brauchen Ruhe, klare Strukturen und Menschen, die ihre Grenzen ernst nehmen.

Wenn dann vor ihrem Garten plötzlich ein junger, großer Hund mit viel Energie steht,
ohne Leine, ohne wirkliche Kontrolle – und der Halter bleibt einfach da stehen –,
dann ist das nicht „nett gemeint“.
Dann ist das Stress.
Für meine Hunde.
Und für mich.

Und ich finde:
Wir, die kleinen Hunde haben, dürfen da klar sagen:

👉 „Nein, ich möchte das nicht.“
👉 „Bitte gehen Sie weiter.“
👉 „Meine Hunde sollen hier zur Ruhe kommen dürfen.“

Auch dann, wenn andere das übertrieben finden.


🐾 Mein Fazit aus dieser Zaun-Situation

Heute war für mich eine Erinnerung daran:

  • dass ein Zaun zwar trennt, aber nicht automatisch schützt
  • dass meine Hunde ein Recht auf Ruhe haben – auch im eigenen Garten
  • dass ich ihrem Gefühl vertrauen darf
  • und dass ich mich nicht schlecht fühlen muss, wenn ich „Nein“ sage

Ich bin nicht unfreundlich, wenn ich meine Hunde schütze.
Ich bin ihre Bezugsperson.

Und wenn ein großer Hund mit seinem Halter am Zaun stehenbleibt,
während meine kleinen Hunde klar zeigen, dass ihnen das zu viel ist,
dann ist es meine Aufgabe zu sagen:

„Nein. Bitte gehen Sie weiter.“

Und das ist okay.
Mehr als das:
Es ist verantwortungsvoll.

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