„Ohne Zusatzstoffe“ klingt erst einmal gut.
Viele Hundehalter greifen deshalb gezielt zu Futtersorten, die mit Aussagen wie „natürlich“, „frei von künstlichen Zusätzen“ oder „ohne Zusatzstoffe“ werben.
Doch bedeutet das automatisch, dass das Futter besser ist?
Nicht unbedingt.
Was sind Zusatzstoffe überhaupt?
Der Begriff „Zusatzstoffe“ wird häufig sehr pauschal verwendet.
Dabei gibt es große Unterschiede.
Zu den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen gehören beispielsweise:
- Vitamin A
- Vitamin D
- Vitamin E
- Zink
- Kupfer
- Eisen
- Jod
- Mangan
- Selen
Diese Stoffe werden vielen Futtermitteln zugesetzt, um eine bedarfsgerechte Versorgung zu ermöglichen.
Warum sind Zusatzstoffe oft notwendig?
Die Zutaten eines Futters enthalten zwar von Natur aus Nährstoffe, deren Gehalte schwanken jedoch erheblich.
Ein Hersteller kann daher nicht immer garantieren, dass jede Charge genau die benötigten Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen enthält.
Durch gezielte Ergänzungen lässt sich die Versorgung deutlich besser absichern.
Ohne Zusatzstoffe bedeutet nicht automatisch besser
Ein Futter ohne zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe kann durchaus funktionieren.
Es kann aber auch dazu führen, dass einzelne Nährstoffe dauerhaft zu niedrig ausfallen.
Besonders kritisch kann das bei folgenden Hunden werden:
- Welpen und Junghunde
- trächtige oder säugende Hündinnen
- Senioren
- Hunde mit Erkrankungen
- sehr aktive Hunde
Diese Tiere haben häufig einen erhöhten oder besonders sensiblen Nährstoffbedarf.
Die Natur macht nicht automatisch alles perfekt
Ein häufiges Argument lautet:
„Wölfe bekommen schließlich auch keine Zusatzstoffe.“
Das stimmt zwar, allerdings fressen Wölfe ihre Beutetiere meist vollständig – inklusive Organe, Knochen, Blut und weiterer Gewebe.
Viele moderne Fütterungsformen unterscheiden sich davon deutlich.
Außerdem werden unsere Hunde oft deutlich älter als ihre wilden Verwandten, wodurch eine langfristig ausgewogene Versorgung noch wichtiger wird.
Worauf sollte man stattdessen achten?
Anstatt Zusatzstoffe pauschal abzulehnen, sollte man sich fragen:
- Ist die Ration bedarfsgerecht?
- Werden alle wichtigen Nährstoffe ausreichend abgedeckt?
- Passt die Versorgung zum Alter und Gesundheitszustand des Hundes?
Denn nicht die Anzahl der Zusatzstoffe entscheidet über die Qualität eines Futters.
Entscheidend ist, ob der Hund langfristig gut versorgt wird.
Mein Fazit
Zusatzstoffe sind nicht automatisch schlecht.
Viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden bewusst zugesetzt, damit Hunde mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden.
Die Frage sollte daher nicht lauten:
„Sind Zusatzstoffe enthalten?“
Sondern:
„Welche Zusatzstoffe sind enthalten und warum?“
Denn eine bedarfsgerechte Versorgung ist oft deutlich wichtiger als ein möglichst kurzes Etikett.

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