Ich werde oft gefragt, wie ich eigentlich zur Hundeernährung gekommen bin. Die ehrliche Antwort ist etwas weniger geradlinig, als man vielleicht denkt, und genau deshalb möchte ich sie hier mal erzählen.
Warum ich mich für die Ernährungsberatung statt fürs Hundetraining entschieden habe
Eigentlich wollte ich Hundetrainerin werden. Das Thema Hunde hat mich schon immer interessiert, ich lese und schaue mir bis heute gerne alles an, was ich zu dem Thema finden kann. Aber als ich mir angeschaut habe, wie der Weg dahin aussieht, wurde mir klar: Allein die Ausbildung zur Hundetrainerin hätte rund zwei Jahre gedauert, bis ich damit überhaupt anfangen könnte, Geld zu verdienen.
Klar, am Ende geht es bei einer Selbstständigkeit auch darum, Geld zu verdienen. Aber genauso wichtig ist mir, dass ich mit etwas Geld verdiene, das ich wirklich gerne tue, und da muss man eben abwägen, wo man bleibt und wo nicht. In dem Moment habe ich die Chance in der Ernährungsberatung gesehen. Die Ausbildung war offiziell auf sechs Monate angelegt, ein deutlich kürzerer Weg als das Hundetraining. Ich hatte mir zudem so viel Zeit für die Vorbereitung freigeschaufelt, dass ich die erste Ausbildung von Februar bis April 2026 in rund 2,5 Monaten durchgezogen habe.
Der Punkt, an dem ich merkte: Das reicht mir nicht
Nach der ersten Ausbildung habe ich schnell gemerkt, dass ich überhaupt noch nicht bereit war, wirklich Kunden zu betreuen. Die Theorie hatte ich drauf, aber mir fehlte massiv die Praxis. Auch das Thema Erkrankungen wurde mir in der ersten Ausbildung nicht so vermittelt, wie ich es gebraucht hätte.
Also habe ich direkt im April 2026 die zweite Ausbildung gestartet. Dabei hat mir eine befreundete, erfahrene Ernährungsberaterin unglaublich geholfen, vor allem bei der Praxis, die mir vorher gefehlt hatte.
Warum ich die Prüfung am Ende eher mit Glück als mit Ruhe gemeistert habe
Ich habe die Prüfung dann am 7. August 2026 abgelegt und mein Zertifikat als tierärztlich zertifizierte Hundeernährungsberaterin bekommen. Aber ehrlich gesagt: Bestanden habe ich sie eher mit Glück, nicht mit dem guten Gefühl, wirklich alles zu 100 % zu können. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf den inneren Stress, der sich über die Zeit aufgebaut hatte.
Die Ausbildung war offiziell auf sechs Monate angesetzt, und in dieser Zeit habe ich die Dinge wahrscheinlich nicht so hinbekommen, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte. Der naheliegende Weg wäre gewesen, sich nicht zu tief mit jeder einzelnen Krankheit zu beschäftigen, sondern im Schnelldurchlauf eine Woche für die eine Krankheit und die nächste Woche für die nächste, damit man schnell fertig wird und die Prüfung möglichst schon im Oktober ablegen kann. Aber genau das bin ich einfach nicht. Ich wollte die Dinge nicht nur oberflächlich abhaken. Zum Glück hat man bei meinem Anbieter zwei Versuche für die Prüfung, das hat mir zumindest ein Stück Druck genommen.
Warum das Zertifikat trotzdem wichtig für mich ist, nur anders als gedacht
Der Begriff Ernährungsberater ist rechtlich nicht geschützt, das weiß ich. Zertifiziert oder tierärztlich darf man sich allerdings nur nennen, wenn man die entsprechende Ausbildung tatsächlich abgeschlossen hat. Für mich persönlich war das Zertifikat aber nie das eigentliche Ziel. Es fühlt sich für mich eher wie ein Startpunkt an: Jetzt kann ich für mich selbst richtig lernen, ohne Prüfungsdruck, in meinem eigenen Tempo.
Wie ich jetzt weiterlerne
Ich habe mir inzwischen weitere Kurse und Bücher besorgt und gehe jede Krankheit, die mich interessiert, nacheinander in Ruhe durch, bis ich sie wirklich zu 100 % verstanden habe. Besonders interessieren mich aktuell die Themen Senioren, Gelenke und der Magen-Darm-Bereich. Im Magen-Darm-Bereich kann ich mir auch gut vorstellen, mich langfristig zu spezialisieren.
Mein Grundsatz bleibt dabei immer derselbe: Ich biete nur das an, wovon ich zu 100 % überzeugt bin, dass ich es auch wirklich gut umsetzen kann. Kommt jemand mit einem Thema zu mir, bei dem ich merke, dass ich fachlich noch nicht auf dem Stand bin, den ich mir selbst abverlange, dann sage ich das ehrlich und verweise an Kolleginnen oder Kollegen weiter, die sich damit auskennen.
Warum ich dir das erzähle
Ich glaube, dass Transparenz gerade bei einem Beruf wie diesem wichtig ist. Du sollst wissen, mit wem du es zu tun hast: mit jemandem, der sich stetig weiterbildet und der ehrlich sagt, wo die eigenen Grenzen gerade liegen, statt einfach alles anzubieten, nur weil es theoretisch möglich wäre.
Kommentar verfassen